Bild: z.V.g.
Der Wappenfries im Schloss Frauenfeld zeugt noch heute von der Repräsentations-Aufgabe der Landvögte.
1/1 Bild: z.V.g. Der Wappenfries im Schloss Frauenfeld zeugt noch heute von der Repräsentations-Aufgabe der Landvögte.
06.11.2019 16:02

Der Thurgau unter fremder Herrschaft

Von 1460 bis 1798 haben im Thurgau die Eidgenossen das Sagen. Sie erkämpfen sich das Gebiet gewaltsam und lassen es fortan von Landvögten verwalten. Diese kommen im Zweijahresturnus nach Frauenfeld – meist aus Uri, Schwyz oder Zürich. Wer allerdings glaubt, diese «fremden Herrscher» hätten hier freie Hand, hat weit gefehlt.

Frauenfeld Das Amt des Landvogts ist für Sprösslinge reicher Familien aus der Innerschweiz das ideale Karrieresprungbrett. Die lokalen Machtinhaber im Thurgau, darunter die Gerichtsherren und Gemeindevertreter, machen den Vögten das Leben aber nicht leicht. An der öffentlichen Führung im Historischen Museum Thurgau vom Mittwoch, 13. November, verrät Historikerin Claudia Sutter, wer beim Ringen um die Macht in der Region am längeren Hebel sitzt.

Mehr Schein als Sein?

Schloss Frauenfeld ist ab 1534 die regionale Schaltzentrale der Macht. Von hier aus verwalten die eidgenössischen Landvögte die Gemeine Herrschaft Thurgau. Zu ihren Aufgaben gehört die Repräsentation, wovon heute noch die prächtigen Wappen im Gerichtssaal des Schlosses zeugen. Zudem sprechen sie Recht, treiben Abgaben ein, verkünden Befehle der Eidgenossenschaft und setzen diese um. Das klingt nach einer leichten Aufgabe, ist es aber nicht. Der Stand der Gerichtsherren sowie Gemeindevertreter und die Tagsatzung machen ihren Einfluss regelmässig geltend, sodass wir uns aus heutiger Sicht fragen: Wie gross war die Macht der Landvögte wirklich?

Finanzielles Nullsummenspiel

Auch aus finanzieller Sicht ist das Amt des Landvogts nicht unbedingt einträglich. Die Innerschweizer versuchen zwar während ihrer Amtsperiode so viel Geld wie möglich aus dem Thurgau zu pressen. Das bringt ihnen bisweilen den Ruf als Langfinger ein, summa summarum bleibt der Einsatz aber eher ein Nullsummenspiel. Nichtsdestotrotz ist das Amt des Landvogts bei den Jünglingen einflussreicher Familien begehrt. Warum? Claudia Sutter kennt die Antwort darauf.

Diese letzte Führung zum Jahresthema «Bartli & Most. Landvögte im Thurgau» findet um 18 Uhr im Schloss Frauenfeld statt. Eintritt frei.

I.D.