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Selina und ihre Zwillingsschwester Alessia sammeln Geld, um auf dem Eis einen entscheidenden Schritt weiter zu kommen.
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Selina und ihre Zwillingsschwester Alessia sammeln Geld, um auf dem Eis einen entscheidenden Schritt weiter zu kommen.
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09.10.2019 09:26

Der Traum zweier Mädchen

Alessia und Selina verzaubern ihr halbes Leben lang Zuschauer und Punktrichter, wenn sie über die Eisfelder der Region gleiten. Nun stehen sie kurz vor einem wichtigen Schritt in ihrer Karriere und sammeln Geld für den Interbronze Test.

Weiningen Selina hat die Haare zum Pferdeschwanz gebunden, Alessia hält sie mit einem Haarreif hinter den Ohren. So kann man sie auseinanderhalten. Die Zwillinge tragen beide glitzernden Schmuck. Das scheinen sie zu mögen. Schliesslich waren die Kürkostüme mit ein Grund, wieso sie sich vor fünf Jahren für das Eiskunstlaufen begeistert haben. Heute sind sie zehn Jahre alt und trainieren fünf bis achtmal die Woche. Wie das geht? «Mit viel Einsatz und schnellem Mittagessen im Auto», erklärt ihre Mutter Nicole. Jeden Mittag holt sie ihre Mädchen in der Schule ab und bringt sie in die Eishalle nach Frauenfeld, wo sie während drei Mittagspausen für sich selbst und an zweien mit einem Trainer üben. Zweimal die Woche kommt ein Eistraining am Abend hinzu, einmal noch ein Trockentraining. Während den Ferien besuchen sie Trainingscamps und in der Sommersaison finden ein bis zwei Stunden die Woche in Herisau statt, da das Frauenfelder Eisfeld dann geschlossen ist.

Es liegt in der Familie

Das Eisfieber haben Alessia und Selina von ihrem Vater Thimo geerbt. Er ist ehemaliger Eishockeyspieler und spielt heute noch hobbymässig. «Uns war es wichtig, dass die Mädchen Schlittschuhlaufen können», so Nicole. Allein mit den Eltern und auf Eishockeyschlittschuhen klappte das noch nicht so gut. Also besuchten sie einen ersten Kurs und stiegen das erste Mal in Damenschuhen aufs Eis. Von da an schienen sie auf dem Eis zu Hause zu sein. Bis heute arbeiten sie hart an ihrer Karriere und konnten bereits einige Male auf das Podest steigen. Aktuell laufen sie in der 4-Stern-Kategorie mit. Was jetzt kommt, wäre der Interbronze Test, der es ihnen möglich machen würde, in einer höheren Kategorie zu starten, in welcher auch schwierigere Sprünge erlaubt sind. «Wir träumen davon, noch weiter aufsteigen zu können und vielleicht irgendwann an einer Schweizermeisterschaft mitzulaufen», sagen die Mädchen. Um zum Test zugelassen zu werden, müssen die Zwillinge eine Lizenz lösen und viel trainieren. Dies ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch teuer. «Eine Trainierstunde pro Kind kostet rund 80 Franken», erklärt Nicole. Hinzu kommt die Ausrüstung, der Kaderbeitrag, die Lizenz sowie die Testgebühr und das Wettkampfstartgeld. Um den finanziell grossen Posten zu stemmen und ihren Kindern den Traum zu erfüllen, haben Thimo und Nicole Arnold ein Crowdfunding-Projekt gestartet. 6600 Franken wollen sie insgesamt sammeln. Das Projekt läuft bereits seit Ende September. «Wer uns hilft, bekommt je nach Beitrag eine Einladung zum Schaulaufen, kann beim Training dabei sein, erhält eine Privatlektion, wir schalten das Firmenlogo auf unserer Homepage oder lassen es auf unsere Trainingsjacke drucken», erklären Selina und Alessia. Das Projekt läuft noch bis Mitte November. figureskatingtwins.ch.

Von Tamara Schäpper