Bettina und Lukas Gasser reisten zusammen mit ihren beiden Kindern Gian und Joena durch Thailand, Myanmar und Laos.  js
1/2 Bettina und Lukas Gasser reisten zusammen mit ihren beiden Kindern Gian und Joena durch Thailand, Myanmar und Laos. js
Besonders die vielen frei lebenden Tiere taten es den zwei Kleinen an. z.V.g.
2/2 Besonders die vielen frei lebenden Tiere taten es den zwei Kleinen an. z.V.g.
30.03.2017 06:00

Mit Kind und Kegel quer durch Südostasien

Dreieinhalb Monate lang waren Bettina und Lukas Gasser in Myanmar, Thailand und Laos unterwegs. Die beiden Steckborner hatten nicht nur eine grosse Portion Neugierde und ihre beiden Kinder Gian und Joena im Gepäck, sondern auch einen Auftrag zu erledigen.

Steckborn Alles stehen und liegen lassen und mal eben für einige Wochen das Land verlassen: Eine Vorstellung, die sich in unserer schnelllebigen Welt verlockend anhört. Die Familie Gasser aus Steckborn hat sich ein Herz gefasst und den Alltag gegen eine dreieinhalb monatige Reise quer durch Südostasien eingetauscht. Der zweifache Vater, Lukas Gasser, erklärt: «Früher, als wir noch keine Kinder hatten, sind wir viel gereist.» «Wir haben auch schon eine Weltreise hinter uns», ergänzt Bettina Gasser. Da sie ihre Kinder als Primarlehrerin gut selbst unterrichten könne, sei es kein Problem gewesen, Gian und Joana für einige Wochen aus der Schule zu nehmen, so die 37-Jährige weiter.

Unterwegs, um zu helfen

Während die vier Abenteurer in Thailand vor allem die Strände aufsuchten, hatten die Primarlehrerin und der Fahrlehrer in Laos einen konkreten Auftrag auszuführen. «Wir wollten nicht nur reisen, sondern auch etwas Sinnvolles damit verknüpfen», erklärt Bettina Gasser, «also entschlossen wir uns, für die Organisation 'Education for Life,' einen durch Spenden finanzierten Brunnen für die Schulkinder zu begutachten.» Der gemeinnützige Verein «Education for Life» wurde vor fünf Jahren von dem Homburger Adolf Stoll ins Leben gerufen und setzt sich vor allem für die Schulbildung in Laos ein. Genauso wie für den Gründer der Non-Profit-Organisation, ist auch für Lukas Gasser wichtig, dass nicht nur gespendet wird: «Aus dem Westen soll nicht nur Geld fliessen. Ich finde es wichtig, auch zu zeigen, was genau mit den Spenden gemacht wird.» So reiste die vierköpfige Familie in das Binnenland Laos und liess sich von den Einheimischen die fertigen Projekte zeigen. Für Bettina Gasser ein Ereignis, dass sie so schnell nicht mehr vergessen wird: «Wir wurden mit offenen Armen von den Einheimischen empfangen. Eine grosse Zeremonie wurde extra für uns abgehalten, das war ein riesiges Erlebnis!» Wie das Leuchten der Kinderaugen beim Durchblättern des Fotobuches zeigt, scheint auch ihnen das Abenteuer viel bedeutet zu haben.

Angst ist ein schlechter Begleiter

Bedenken, dreieinhalb Monate mit ihren sieben und neun Jahre alten Kindern in ein Entwicklungsland zu reisen, hatten die Primarlehrerin und der Fahrlehrer nach eigenen Angaben keine. «Natürlich macht man sich mehr Gedanken, als wenn man alleine unterwegs ist», so Lukas Gasser, «aber wir haben uns mit den nötigen Impfungen auf die Reise vorbereitet.»

Kleine Tiere, grosse Wirkung

Obwohl Gian und Joena während des Gesprächs kaum ein Wort herausbekommen, ist den beiden anzumerken, dass die Reise auch ihnen im Gedächtnis geblieben ist. «Besonders eindrücklich für die Kinder war wohl, mit wie wenig die Menschen in Laos auskommen. Auch mit den einfachen Koch- und Essgewohnheiten mussten Gian und Joena erst einmal lernen, zurecht zu kommen», erklärt Bettina Gasser und wird von ihrem Mann ergänzt: «Mit der Reise wollten wir unseren Kindern zeigen, wie anders das Leben sein kann.» Wie die folgende Aussage des Fahrlehrers zeigt, ist ihnen das wohl gelungen: «Für mich war besonders eindrücklich, wie sehr sich die Kinder gefreut haben, wenn sie mal wieder heiss duschen konnten.» Auf die Frage, was ihr denn in Laos am besten gefallen habe, bringt die 7-jährige Joena zum Schluss doch noch eine Antwort über die Lippen. Mit einem Strahlen im Gesicht zeigt sie auf das eingeklebte Foto eines kleinen Hundes und sagt: «Die vielen kleinen Tiere, die wir streicheln konnten, waren toll!»

Janine Sennhauser