05.11.2019 09:14

Verunreinigtes Trinkwasser in Stein am Rhein

Seit dem 12. Juli 2019 ist dem Stadtrat von Stein am Rhein bekannt, dass das Trinkwasser durch ein Fungizid namens Chlorothalonil verunreinigt ist. Das Fungizid gilt als krebserregend und kommt trotzdem in der Schweiz noch zum Einsatz. Erst am 19. Juli informierte der Stadtrat die Bevölkerung darüber, dass Massnahmen eingeleitet wurden, indem das verunreinigte Wasser aus dem Grundwasserpumpwerk Etzwilen mit Wasser aus anderen Zuleitungen verdünnt und die Einspeisung ins Trinkwassernetz reduziert werde. Obwohl der Stadtrat verpflichtet wäre, die Bevölkerung unverzüglich zu informieren. Die Einwohnerratsfraktion der SP Stein am Rhein reichte am Freitag eine Interpellation ein, in der gefragt wird, warum der Stadtrat erst eine Woche später, auf Grund eines Berichts der Tagesschau vom Vortag, informiert? Worauf sich der Stadtrat stützt, wenn er aussagt, es bestehe keine akute Gesundheitsgefahr und das Trinkwasser müsse nicht abgekocht werden, obwohl bekannt ist, dass das Fungizid weder durch Abkochen noch durch eine andere Behandlung reduziert werden kann. Und warum immer noch nicht alle Schutzzonen von Trinkwasserbezugsorten ausgeschieden seien, obwohl dazu bereits Ende 2004 der Einwohnerrat den notwendigen Kredit für die Ausscheidung dieser Schutzzonen gemäss den gesetzlichen Vorgaben bewilligt hatte. Die SP Stein am Rhein ist der Meinung, Trinkwasser ist nicht nur über tausend Mal günstiger als Mineralwasser, sondern auch in der Ökobilanz haushoch überlegen – hochwertiges Trinkwasser ist damit aus sozialer, ökologischer wie auch gesundheitlicher Perspektive ein extrem hohes Gut, dem wir mit aller Sorgfalt zu begegnen zu haben.

SP Stein am Rhein